Krankenhaus Nord – Wo Menschen unbedeutend sind.

Am Donnerstag, den 26.09.2019 hat mir meine Therapeutin die Rettung gerufen, da sich meine Stimmung und Gedanken schon länger sehr negativ entwickelt haben. Starke SMG und einige gröbere Problemchen…
Ich war schon früher öfters im OWS, mal länger, mal kürzer…
Angefangen hat das ganze 2011 mit meinem Burnout, wo ich 7 Monate im Spital lag. Seit dem habe ich mal mehr, mal weniger psychische Probleme und Beschwerden.
Depression ist fast ein Zuckerl für mich.
Nunja, jedenfalls ging es mir so schlecht das ich meiner Therapeutin nicht versprechen konnte mir nichts anzutun wenn ich nach Hause gehe-also Rettung.
Die Sanitäter waren sehr nett und aufgeweckt, haben mich total aufgebaut und mir Mut gemacht. Die Fahrt fand ich richtig erfrischend, mit einem Azubi geredet und nebenbei die Fahrt genossen.
Dann am Ziel angekommen ging es zur Anmeldung..Niemand vor mir, alles leer.
Die Sanitäter haben mein Datenblatt an den Schalter übergeben und sich verabschiedet.
Dann hieß es warten.
Nach und nach kamen innerhalb von 2-4 Stunden noch drei, vier andere Patienten, recht gut gelaunt, ebenfalls zur Anmeldung.
Wahrscheinlich weil sie noch selbst gehen konnten, sich gut gefühlt haben und noch Freunde mit hatten kamen sie früher dran (scheint wohl dringlicher).
Inzwischen glaube ich aber es geht einfach um Statistiken… wen sie schnell wieder los werden weils nix ernstes is nehmen sie zuerst, damit in der Statistik die meisten Patienten nur kurze Zeit benötigen.
Nungut, nach ca 3 oder 4 Stunden hab ich mir gedacht ich geh lieber wieder… und plötzlich bin ich dran gekommen. Hätte gleich „Danke, nein, mir gehts schon besser“ sagen sollen, bin aber mitgegangen.
Stationäre aufnahme, Blut abnehmen, Gewicht messen und Medikation erfragen – das wars. Dann kam ich schon auf mein Zimmer.
Inzwischen ist fast eine Woche rum und ich habe schon so einiges erlebt…
Man bekommt 4 Mahlzeiten am Tag, und ansonsten ist man sich selbst überlassen. Abgesehen von Medikamentenausgabe. Patientinnen werden beleidigt wenn sie Schmerzen äußern, bei ein anderer Patient wird risikoreich mit der Gesundheit gespielt statt entlastende Medikamente zu geben und Frauen mit Regelschmerzen werden als „Sterbender Schwan“ bezeichnet und bekommen Mexalen zur Hilfe.
Untersuchungen um die man bittet und die bejaht werden finden nie statt, auch beim dritten Nachfragen weiß keiner was davon…
Wenn man mal etwas braucht oder es einem schlecht geht sollte man sich ja an Personal wenden (Denk‘ ich mir halt)… Da gibt es den Stützpunkt, wo sich die Ärzte, Schweste3rn und so meistens aufhalten. Da hat man als Patient keinen Zutritt, wenn man ein Gespräch sucht muss man sich vor das Fenster stellen, den Angestellten drinnen beim lachen, unterhalten, informationen austauschen und Patienten ignorieren zuschauen, und mit etwas Glück wenn man dann schon genug ärger, Zweifel und ungute Gefühle in sich hat schauen die einen zum ZEHNTEN mal an und machen dann das Fenster auf und fragen was los ist.
Meistens erfährt man dann dass der behandelnde Arzt nicht da ist und sie selbst nichts entscheiden dürfen.
Wenn man sie über ausflippende, in die Wiese machende (ja, wirklich!) und streitsuchende aufgewühlte Patieninnen informiert meinen sie nur man solle sie ignorieren.
Nun gut, vielleicht wollen sie die Menschen nicht komplett runter drücken, aber sowas finde ich ist einfach keine Art damit umzugehen.
Zwar hilft mir der Krankenhausaufenthalt, aber bei jemand anders schlafen oder auf Urlaub fahren hätte den selben wenn nicht sogar besseren Effekt.
Aber ganz schlecht reden darf man das Krankenhaus Nord nicht – die meisten der PatientInnen dort sind wirklich sehr angenehme Artgenossen. Aber Schwarze Schafe gibt es leider überall..
Also wenn mal jemand in ein Krankenhaus muss – ich würde JEDES empfehlen, aber vom Krankenhaus Nord würde ich über alle maße abraten. Zumindest die Psychische Abteilung F02. Ein einziger vom Personal interessiert sich für einen und setzt sich ein (zumindest mal gesagt)…Passiert ist aber dennoch nichts.
Man kommt sich dort vor die ein Stück Fleisch… Nein, vielmehr wie ein Roboter den sie füttern und Medikamente geben, und sonst einfach sich selbst überlassen.
Therapeutisches Angebot ist gleich null, informiert und aufgeklärt wird man kein bisschen und auch sonst wirkt das Personal dort sehr desinteressiert – vielleicht weil sie unterbezahlt sind – doch ich finde das ist kein Grund seinen Ärger an Patienten auszulassen.

Diese Woche bin ich am Dienstag entlassen worden – die Medikamente helfen ganz gut, aber ich selbst hätte mich für zu instabil für eine Entlassung gehalten – was sich auch sofort gezeigt hatte wie ich wieder zuhause war.

Heute hatte ich einen Termin bei der WGKK – eine so inkompetente und schlechte Ärztin habe ich noch nie gesehen – schreibt mich mit nächsten Dienstag gesund, obwohl mir jetzt eine drei monatige Therapie bevor steht. Das pack ich so garnicht…

Zum Abschluss noch eine evtl. interessante Information – die Reihung der Patienten beim begutachten ist vollkommenne Willkür! Da können 4 Patienten vor einem sein und 8 nach einem kommen… Man kommt trotzdem erst nach allen anderen dran – auch die die nach einem gekommen sind. Ganz so wie die Ärzte Lust und Laune haben! (Das wurde mir dort auf Nachfrage hin zumindest so erklärt).

So, genug gejammer… Jetzt heißt’s auf Staat und unser Gesundheitssystem scheißen und nen eigenen Weg finden… Irgendwie werd‘ ich’s schon schaffen.

Ach ja, eins noch … (ganz vergessen).. Einer Patientin mit schwerem SVV wurde unterstellt dies nur zu betreiben um im Krankenhaus bleiben zu können, welche dann in einer für sie zu frühen Zeit entlassen wurde. – Hallo?!?! Geht’s noch? Sowas macht man nicht zum Spaß oder nur um in so nem Sch***-Laden bleiben zu können! So ein hohes Maß an Inkompetenz findet man sehr sehr selten… Im KH Nord aber Haufenweiße.

Nachtrag: Nach Rücksprache mit dem Therapiezentrum wo ich ab Mittwoch bin ist alles was die WGKK bzw deren Ärztin gesagt hat inkorrekt – Für den Therapiezeitraum bin ich sehr wohl im Krankenstand, da is nix mit gesund schreiben oder so…. Man, so eine Inkompetenz ist nicht zu fassen. Naja, mal schauen was der Wienerberg am Montag sagt.. Wenn nicht klärt das mein Therapieinstitut. Dafür jedenfalls danke!

 

About: Magic


Schreibe einen Kommentar